Farbenzwerge marder blau

Geschichtliches:

Die Farbenzwerge sind aus Hermelinkaninchen und Wildkaninchen in den Niederlanden entstanden. Sie wurden erstmals 1939 öffentlich vorgestellt. Aufgrund der Kriegsvorbereitungen des zweiten Weltkrieges, wo hauptsächlich auf Wirtschaft bei der Zucht geschaut wurde, kam ihre Entwicklung nicht wirklich weiter. Eher im Gegensatz war enorme Rückschritte zu verzeichnen. Erst 1948 tauchten die Farbenzwerge wieder in Deutschland auf und wurden 1956 als Rasse anerkannt. Heute zählen sie mit zu den beliebstesten Rassen mit einer großen Farbpallette. Fast alle Farben, die bei anderen Rassen anerkannt sind, spiegeln sich in den Farbenzwergen wieder.

Die Farbenzwerge marder blau haben ihre Farbgebung dem Marderkaninchen zu verdanken, welche an der Entwicklung und Erzüchtung dieses Farbschlags beteiligt war. Der genaue Zeitpunkt der Anerkennung der Farbe marder blau bei den Farbenzwergen ist mir leider nicht bekannt.


Rassestandard gemäß des ZDRK

1. Gewicht

Das Normalgewicht liegt bei 1,1-1,35kg. Das Mindestgewicht ist 1,0kg, das Höchstgewicht 1,5kg. Die Farbenzwerge sind ausgesprochene Zwergkaninchen. Um einerseits einer allzu intensiven Verzwergung vorzubeugen und andererseits den Typus eines Zwergkaninchens vollendet zu erhalten, gilt als Normalgewicht ausgewachsener Zuchttiere ein solches zwischen 1,1 und 1,35kg.

2. Körperform, Typ, Bau

Als ausgesprochenes Zwergkaninchen weichen die Farbenzwerge ganz erheblich von den übrigen Rassen ab. Die Körperform ist gedrungen, walzenförmig, vorne und hinten gleichmäßig breit. der Rumpf ist kurz und die Hinterpartie gut abgerundet. Die kurzen Läufe sind dem Zwergentyp angepasst. Die Blume ist klein und liegt fest am Körper an. Der Körper der Häsin unterscheidet sich von dem des Rammlers kaum und ist wie der des Rammlers von jeglichen Wammenansatz frei.

3. Fellhaar

Das Fellhaar der Farbenzwerge unterscheidet sich in seiner Struktur von dem der anderen Rassen. Es ist kurz und dicht und fühlt sich in Folge seiner feinen Struktur etwas weicher an. Die Begrannung ist fein, gleichmäßig und ohne deutlich überstehende grobes Grannenhaar. Die Ohren sind gut behaart.

4. Kopf und Ohren

Im Vergleich zur Kleinheit des Tieres ist der Kopf groß und tritt markant in Erscheinung. Er ist kurz und kräftig, Stirn und Schnauzpartie sind breit. Der kopf sitzt dicht am Rumpf. Die Augen sind groß und treten etwas hervor. Der Kopf der Häsin tritt ebenfalls markant hervor; er ist jedoch – v.a. infolge der weniger ausgeprägten Backenbildung – insgesamt etwas feiner.
Die Ohren sind, der Zwergform entsprechend, relativ kurz, sollen aber dennoch in einem harmonischen Verhältnis zur Größe des Kopfes und des Rumpfes stehen. Als Ideal gilt eine Ohrenlänge von ca. 5,5cm je nach Größenrahmen des Tieres. Die Mindestlänge beträgt 4,5cm, die Höchstlänge 7cm. Die Ohren sollen zusammenstehend, nach oben leicht v-förmig geöffnet getragen werden. Sie sollen, der Zwergrasse entsprechend, kräftig und fest im Gewebe und oben schön abgerundet sein.

5. Deckfarbe und Abzeichen

Anerkannt sind der braune und der blaue Farbschlag in heller bis mittlerer Abtönung. Nicht zugelassen sind die dunklen, fast einfarbigen Tiere.
Die Deckfarbe ist von einem leichten Braun bzw. Blau, das nach den Seiten hinzu heller verläuft. Hinterschenkel und Schulterpartie sind etwas dunkler angedeutet. Backen, Brust und Bauch sind hellbraun bzw. hellblau.
Die Augen sind braun bzw. graublau, je nach Lichteinfall rötlich durchleuchtend, die Krallen hornfarbig.
Die Maske ist dunkel und verläuft, nicht scharf abgegrenzt, etwas bis in Augenhöhe. Die Ohren sind dunkel; in dunkler Abtönung tritt die Augeneinfassung in Erscheinung. Über den Rücken zieht sich ein ca. 8cm breiter dunkler Streifen, der seitlich nicht scharf abgegrenzt ist. Läufe und Blume sind ebenfalls dunkel abgetönt.

6. Unterfarbe

Die Unterfarbe ist bei beiden Farbenschlägen bläulich und soll sich in ihrer Intensität der Deckfarbe anpassen. An den helleren Körperstellen ist sie entsprechend heller.